Frankfurter Domsingschule

Singen im Frankfurter Kaiserdom

Die Frankfurter Domsingschule pflegt eine der schönsten abendländischen Traditionen: Junge Menschen an das Singen und den Reichtum mehrstimmiger Chormusik heranzuführen. Der Knaben- und Mädchenchor wird von den Kirchen, Stadt und Bürgergesellschaft unterstützt.

Der Knabenchor A gestaltet den Evensong am Sonntag, 26. Mai 2024, 16:30 Uhr im Dom St. Bartholomäus.

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Musikalische Glücksmomente an Himmelfahrt in der KunstKulturKirche Allerheiligen 

Wie könnte man einen Tag schöner beenden, als dem Gesang jugendlicher Stimmen zu lauschen, und sich von ihrem gleichsam engelsgleichen Klang in nahezu himmlische Gefilde entführen zu lassen? Am vergangenen Himmelfahrts-Abend war dies einem begeisterten Publikum möglich, das sich im Rahmen der Wetterauer MusikSommerAkademie FESTIVOKAL (Thomas Bailly) in der Kirche Allerheiligen zu einem gemeinsamen Konzert der Frankfurter Domsingschule (FDS) sowie dem Brigham Young University Womens‘ Chorus aus Provo, Utah (USA) in Frankfurt einfand. Möglich gemacht wurde diese Begegnung von Andreas Wörsdörfer, dem Pastoralreferenten der KunstKulturKirche Allerheiligen.

Die Frankfurter Domsingschule ist mittlerweile aus dem Frankfurter Kulturleben nicht mehr wegzudenken. Bietet sie doch Kindern und Jugendlichen Frankfurts und Umgebung vom Kindergartenalter bis 20+ die Möglichkeit, eine umfassende musikalisch-sängerische Ausbildung zu genießen. Unter der musikalischen Gesamtleitung von Hermia Schlichtmann und Johannes Wilhelmi gelingt es den Domsingschülerinnen und -schülern immer wieder, ihr großes Können und ihren Facettenreichtum unter Beweis zu stellen und nicht zuletzt den Funken ihrer eigenen Begeisterung und Freude am musikalischen Tun auf ihr Publikum überspringen zu lassen. So auch am 9. Mai 2024. Fokussiert und mit höchster Konzentration, eröffneten die Sängerinnen und Sänger der FDS den Abend mit Johann Pachelbels Doppelchor „Singet dem Herrn ein neues Lied“ und wuchsen wieder einmal über sich hinaus. Rhythmisch präzise, klanglich homogen, dabei musikalisch berührend brillierte der Chor der Jugendlichen auf höchstem Niveau. Getragen von strahlenden Sopranstimmen sowie nach unten hin profund durch den Bass abgerundet bewiesen die jungen Sängerinnen und Sänger stets wach und flexibel ihre musikalische Zuverlässigkeit – so auch bei John Rutter "A Gaelic Blessing" oder dem selten aufgeführten "Song of the earth" von Randall Stroope - wo die Erde den Himmel berührt. Überwältigt von der Kraft und dem Feuer dieser jungen Stimmen im „Jauchzet dem Herrn, alle Welt“ von Johann Adam Hiller, dem vorerst letzten Beitrag der Domsingschule an diesem Himmelfahrts-Abend, ließ sich das Publikum schon zur Mitte des Konzerts zu begeistertem und langanhaltendem Applaus hinreißen.

Im Anschluss an die Gastgeber aus Frankfurt übernahmen die jungen Damen aus Provo das musikalische Zepter. Unter der Leitung von Dr. Sonja Poulter entfaltete der Damenchor von Beginn an eine ungeahnte Fulminanz und Wärme. Umhüllt vom schier überirdischen Klang der etwa einhundert Frauenstimmen wähnte sich das Publikum durch „Measure Me, Sky“ (Elaine Hagenberg) wie von Engelsflügeln erfasst und in höhere Sphären entführt. Durch das kraftvoll pointierte Dirigat Poulters entwickelte der Brigham Young University Womens‘ Chorus einen musikalischen Sog, dem sich keiner mehr entziehen konnte, geschweige denn wollte. Mit stimmlicher Eleganz und spielerischer Leichtigkeit gelang den Gästen aus Provo ein Wandel durch die Epochen, der seines Gleichen sucht. Mühelos spannte Poulter mit ihrem Chor einen Bogen von der Renaissance („Haec Dies“, William Byrd) bis hin zur Gegenwart („My Heart Be Brave“, Marques L. A. Garrett). Nicht zuletzt im Gospel „I Want Jesus Walk With Me“ (Arr.: Richard Nance) bewiesen die jungen Damen aus Utah ihre Vielseitigkeit. Ein reges Wechselspiel von Solostimmen und Tutti-Passagen („O Salutaris Hostia“, Eriks Esenvalds) sowie räumlich raffiniert angelegte Mehrchörigkeit führte obendrein zu immer neuen Klangerlebnissen und eröffnete der Zuhörerschaft ein kaum enden wollendes akustisches Feuerwerk.

Zur höchsten Freude eines kaum mehr zu bremsenden Publikums gipfelte der Abend im gemeinsamen Musizieren aller Chöre mit dem Werk "All Creatures Of Our God" von Mack Wilberg. „Standing ovations“ und minutenlanger Applaus brachen sich Bahn und drückten den jungen Sängerinnen und Sängern höchsten Respekt und Dank für ihr musikalisches Tun aus. Zur Zugabe „Bleib bei uns“ von Thomas Gabriel verteilten sich die insgesamt 250 Sängerinnen und Sänger rund um ihre 350 Zuhörer und umfingen diese mit reinstem Wohlgesang. Was für ein Ausklang dieses so phantastischen Abends in der KunstKulturKirche Allerheiligen!

Text: Jutta Schneider
Foto: Dieter Fieres (www.fieres.com)

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FRANKFURT– Hermia Schlichtmann muss nicht lange überlegen, wenn es um ihren Lieblingsmoment in der Geschichte der Domschule geht. „Für mich war der Höhepunkt der Advent Carol Service 2019“, strahlt die Leiterin. „Diese beiden Auftritte damals im Advent – einer vom Knabenchor, einer vom Mädchenchor – waren einfach so grandios, so brillant, die Musikauswahl so wundervoll. Da sind die jungen Sängerinnen und Sänger über sich hinausgewachsen.“ Jeweils 40 bis 50 Jungen und Mädchen, Harfe, Streichorchester und Orgel: Noch immer ist Schlichtmann hingerissen, wenn sie an diese spektakulären Auftritte denkt. „Damals habe ich zum ersten Mal gespürt und gehört, welche Schätze ich in diesem Chor habe!“

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